Nazi Treffen in Eschede

Eschede ist mehrmals im Jahr Treffpunkt für Nazis. Etwas außerhalb liegt der Bauerhof Nahts der jedes Jahr zu diversen Wintersonnenwendfeiern, Sommersonnenwendfeiern usw. einlädt.

Obwohl alles sehr weit ab vom Ort passiert gibt es doch ein sehr großes Bündniss in Eschede die Treffen von Nazis nicht stillschweigend hinnehmen will. An der Straßenkreuzung zum Hof Nahts treffen sich viele aus Initiativen, Vereinen, Kirchen, Politik und Private um ihren Unmut lautstark zu äußern.

In diesem Jahr war auch das Kirchenmobil vor Ort und wurde schnell zu einem zentralen Anlaufpunkt zwischen diesen bunt gemischten Demo Besuchern. Es überrascht uns immer wieder wie selbstverständlich Menschen „Kirche“ als einen zentralen Treffpunkt akzeptieren. Da wird auch immer klar das auch Menschen die sonst nichts mit Kirche zu tun haben, diesen Einsatz einer Kirche und der klaren Meinungsäußerung sehr gut finden.

Den nächsten Termin haben wir schon für den 24. Juni 2017 festgemacht. Kommen Sie doch auch vorbei. Öffentlich, natürlich kein Eintritt und es gibt immer was zu Essen!

Schülerforum der Landeskirche Hannovers 2016

Das Kirchenmobil in der riesigen Messehalle im Congress Zentrum Hannover, riesengroß und blau angestrahlt war schon ein Hingucker. Mal einen Moment im tiefen blauen Innenraum auf den gelben Sofas am Altar sitzen und mit den Freunden quatschen. Oder draußen das übergroße Jenga Spiel probieren.

Da geht es nicht um möglichst hohe Türme ohne Unfall zu stapeln. Es geht eher um kirchliches Tiefstapeln. Die Holzblöcke sind mit Begriffen aus „Kirche“ beschriftet, man soll entscheiden was aus Kirche rausfliegt oder was einem besonders wichtig ist. Dabei kommen ganz ungewöhnliche Ergebnisse bei Jugendlichen heraus. Gut für sie einmal darüber nachzudenken und mitentscheiden zu können, aber auch hochinteressant wenn Jugendlich nicht so entscheiden wie wir vermuten würden.

Es ist eigentlich recht mutig von der Landeskirche uns als Kirchenmobil einzuladen und uns mit über 1000 Jugendlichen diskutieren zu lassen was an Kirche wichtig ist. Das diesen dann aber auch mal die Orgel oder das Abendmahl sehr wichtig ist überrascht viele.

Der gelungene Abschluss war dann die Abschlussandacht von unsere Kirchenmobil Teamerin Julia Schönbeck. Hier nachzulesen :  https://schaumbuerger.wordpress.com/2016/12/09/reden-handeln-echt-sein/

Weil Kirche mehr ist als ein Großkonzern – Kirchenmobil auf der Demo in Nienburg

Vor etwa einer Woche leitete unsere Diakonin uns eine Email weiter. Diese Email hatte sie von einer Kollegin aus dem Jugenddienst Nienburg bekommen, die über die anstehende Demonstration von Neonazis in ihrem Ort informierte. Also schrieben wir sofort zurück und boten unsere Hilfe an und – natürlich – unsere Kirche. Ziemlich spontan stand so also fest, wir würden unseren Samstag mal wieder auf einer Demo verbringen.

Wir wissen wie das ist. Auch in unserem Kirchenkreis gab es in den letzten Jahren große Demonstrationen von Rechten. Jedes Jahr fahren wir nach Bad Nenndorf und setzen gemeinsam mit Bad Nenndorf ist bunt und der jüdischen Gemeinde ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt. Diese Begegnungen haben uns sehr geprägt und wir sind stolz auf die erzielten Erfolge und gewachsenen Freundschaften. Wir wissen aber auch wie beängstigend das sein kann. Wenn Neonazis durch den Ort laufen, Hassreden verbreiten, wenn von Menschen zweiter Klasse gesprochen wird. Das, was man sonst nur in den Nachrichten hört, wird greifbar, sichtbar direkt vor der eigenen Haustür. Wir kennen das und wissen deshalb, dass wir zusammenhalten müssen – als Kirche, als Nachbarn, als Gesellschaft.

Wir haben am Samstag nicht so viele Gespräche mit Passanten geführt wie bei anderen Veranstaltungen und ich war zuerst enttäuscht darüber. Aber vielleicht war das einfach dieses Mal nicht Ziel und Aufgabe. Vielleicht müssen wir manchmal auch Kirche für einander sein und dabei einfach mal Kirchenkreis- und andere geografische Grenzen vergessen. Wir brauchen kein Konkurrenzdenken. Das bringt niemanden weiter. Wir sollten öfter Hilfe anbieten und vor allem auch mal um Hilfe bitten, wenn wir sie brauchen. Vielleicht müssen wir manchmal auch Kirche für einander sein…

Zu Besuch: Gäste aus unserem südafrikanischen Partnerkirchenkreis

Gestern abend wurde es ganz schön eng im Kirchenmobil. Eine Delegation unseres Partnerkirchenkreises Devhula-Leboa aus Südafrika war zu Besuch in Obernkirchen. Wir sind dankbar für die tollen Begegnungen, die Fragen und den Austausch. Ein fremder Blickwinkel eröffnet neue Perspektiven auf die eigene Arbeit.

Zu unserem Grillen auf dem Kirchplatz kamen 50 Leute zusammen, Obernkirchner, Südafrikaner und auch viele Gäste aus unserem Kirchenkreis durften wir begrüßen. In mehreren Gruppen stellten wir im Kirchenmobil vor, was es mit diesem ungewöhnlichen Bauwagen auf sich hat. Dabei sahen wir immer wieder in erstaunte und nachdenkliche Gesichter aber auch viele strahlende Augen.

Solche Treffen sind wichtig, auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Wir können so viel von einander lernen, im Zustimmen genauso wie im Widersprechen. Danke für die Offenheit und Neugierde, das gemeinsame Singen und ganz viel Lebensfreude und Begeisterung für Kirche und ihren Auftrag…


„When you preach the gospel, how do you dance it?“
Gedanken zu den Gesprächen und weiteren wunderbaren Fragen des Abends finden Sie hier.


Auch in der Zeitung ist ein Bericht über den Besuch erschienen. Siehe Seite 3.

Das Kirchenmobil im Harz

Ende Juli haben wir einen großen Ausflug unternommen, einen stärkeren Bulli von Martina ausgeliehen, ein bisschen Verpflegung eingekauft und dann los.

In den Harz sollte der Ausflug gehen. Mit einem Bulli voll Jugendlicher haben wir Stauseen besucht, waren im Naturparkhaus und im Oberharzer Bergwerksmuseum.

An jeder Station war das Kirchenmobil ein Hingucker für die Passanten. Klar haben wir es auch darauf angelegt aufzufallen, ein bisschen angeben gehört dazu. Wir haben am Torfhaus geparkt, haben demonstrativ mit dem Akkuschrauber den Kirchturm hochgefahren und haben die Station eingeläutet.

Als Abschluss noch ein wenig Kindheitserinnerungen für Ralf. Mitten im Wald mit der eigenen Kirche auf einem Parkplatz im Spiegeltal Wildemann. Picknick und Staudamm bauen mit den Jugendlichen, nicht nur für Ralf ein riesen Spaß und ein unvergessliches Erlebnis.

Gelernt haben wir auch wieder viel:

  • Fahren mit einer hohen, breiten und 1 Tonne schweren Kirche
  • Auf- und Abbau von Treppe und Kirchturm
  • Parkplatz Suche für eine 12m langes Gespann
  • Ausrüstungs- und Verpflegungsplanung
  • Altarausrüstung für alle Gelegenheiten, Liederbücher, Kreide, Werkzeug, Malsachen, Verbandskasten, Warnblinkleuchten, Kerzen, Kreuz, Infomaterial, Decken…..

Landesjugendcamp 2016 – Mit der Kirche zum Camp

Mit der Kirche zum Camp

Gottesdienste und Konzerte, Mitmachaktionen, Theater und Andachten, Spiele und Bibelarbeiten, Karaoke und Fußballtourniere. Wenn fast 2.000 Jugendliche in Verden zusammenkommen um gemeinsam 3 Tage lang die Vielfalt zu feiern, dann darf eine mobile Bauwagenkirche nicht fehlen!

Vom 3. Bis 5. Juni waren wir beim diesjährigen Landesjugendcamp der evangelischen Jugend in der Landeskirche Hannovers unter dem Motto „Die Mischung macht´s“. Das Camp findet alle zwei Jahre auf einer großen Wiese am Sachsenhain in Verden statt.

 

Wenn ein Bauwagen Kirche sein kann, was ist dann eigentlich „Kirche“?

Wir haben uns für das erste Jahr mit dem neuen Kirchenmobil vorgenommen, zu üben. Wir nehmen uns die Zeit für eine Art Testphase. Ohne große Verpflichtungen. Ohne Zeit- und Erfolgsdruck. Wir probieren und machen auch mal Fehler, wir beobachten und lernen.

Für das Lajucamp hatten wir deshalb ganz geplant auf große Pläne verzichtet. Wir brauchen kein riesiges Programm. Einerseits sind wir noch nicht so weit und andererseits ergeben sich doch die schönste Situationen und Gespräche immer wieder ganz nebenbei und scheinbar zufällig. Wir bereiteten eine kleine Aktion vor und waren sehr gespannt auf spannende Diskussionen zur Frage: Wenn ein Bauwagen Kirche sein kann, was ist dann eigentlich „Kirche“?  Worauf kommt es wirklich an? Was ist es, dass Kirche ausmacht, was sie wirklich ausmacht? Was bleibt übrig, wenn wir Kirche auf das Wesentliche reduzieren? Was ist das, was alle Gemeinden verbindet und sie ausmacht?

Wir reisten bereits am Donnerstagabend zum Vorcamp an. Tür auf, Kreuz auf die Anrichte, Kerzen an. Ein Pavillon gegen Sonnenbrand, ein paar Holzklötze und ein selbstgemaltes Schild:
Die Teilnehmer konnten kommen.

Auf die Steine eines Jenga-Spiels wurden Begriffe geschrieben, die mit Kirche zu tun haben. Die Aufgabe für die Gruppe bestand dann darin, die Begriffe, die Dinge herauszuziehen, die für sie nicht existenziell zur Kirche gehören, sie ausmachen. Stand beispielsweise auf einem Stein das Wort „Orgel“, so wurde überlegt, ob man um Kirche zu machen, Kirche zu sein eine Orgel braucht oder ob sie nicht zwingend nötig ist. Das Herausziehen hieß nicht, dass diese Dinge unwichtig oder überflüssig sind, sie sind es nur nicht, worauf es im Wesentlichen ankommt, wenn wir von Kirche sprechen. Die Auswahl sollte als Gruppe getroffen werden. Gemeinsam wurde diskutiert und entschieden, welcher Stein tragend für den Turm ist, welcher Bestandteil wesentlich für Kirche ist und welcher wegfallen kann. Im nächsten Schritt konnten dann eigene Begriffe ergänzt werden. Die Ergänzungen aller Gruppen haben wir auf einem Plakat festgehalten.

 

Eine Zitatsammlung

„Abendmahl könnte für mich auch fehlen, ich glaub nicht, dass ich das vermissen würde.“

„Also wegen mir können wir den Altar rausziehen. Der ist mir nicht wichtig, nur das, was da passiert. Also können wir doch Communion aufschreiben, oder Verwandlung.“

Wenn eine katholische und eine evangelische Jugendliche über Kirche diskutieren, ist ziemlich schnell ein Übersetzer gefragt. „Communion“ und „Abendmahl“, „Verwandlung“, „Caritas“ und „Diakonie“. Neben den sprachlichen Unterschieden, war es spannend zu beobachten, wie sehr sich auch die persönlichen Einstellungen zu den Begriffen unterschieden. Was für eine kaum mehr eine Bedeutung hatte, war für die andere ganz grundsätzlich und entscheidend.

 

„Ne, Pastor brauch ich nicht, die Gläubigen sind die Wichtigen.“

Wie gehen wir damit um, wenn eine Zehnjährige den Pastor aus dem Turm zieht? Stürzt er ein?

„Kirche lebt nicht nur von Pastoren und Hauptamtlichen, sondern vor allem von engagierten Leuten. Wie auch hier beim Camp!“

 

„Kirche braucht Gemeinschaft!“

Kein Wort wurde so oft aufgeschrieben wie Gemeinschaft. Auch die Jugendlichen, die gesagt haben, dass sie eigentlich kaum etwas mit Kirche anfangen können, fanden Gemeinschaft wichtig, denn sie sei der Grund, warum sie kämen. Bei Gemeinschaft fängt es an.

 

„Taufe ist ja eigentlich nicht so wichtig. Da kann ich mich eh nicht dran erinnern.“

Einer der Momente, in denen man die Konfis fragen möchte, was sie im Unterricht eigentlich so machen. Also außer Zuhören. Aber kann man ihnen etwas vorwerfen? Taufe hat für sie keine Bedeutung mehr. Sie können sich weder daran erinnern, noch verstehen sie, was Taufe bedeutet.

„Es wird doch immer gesagt, dass Gott jeden annimmt. Und bei der Taufe heißt es dann plötzlich, dass man jetzt zu Gott und zur Kirche gehört. Das ist doch ein Widerspruch!?“

Wir sitzen zu dritt in der Sonne auf der Decke im Gras. Ich muss eine Weile nachdenken um eine Antwort zu finden.

„Ich denke du hast Recht. Gott nimmt jeden an. Vielleicht ist die Taufe weniger der Startpunkt dieses Versprechens und mehr ein Zuspruch dessen?“

Die Taufe ist oft geflogen an diesem Tag. Diskutiert wurde darüber nur selten, die Entscheidung fiel vielen nicht besonders schwer…

 

Hier sind noch einige der Wörter, die von den Jugendlichen ergänzt wurden. Wir finden, es entsteht ein großartiges und buntes Bild eine vielfältigen und bedeutungsvollen jungen Kirche…

Nächstenliebe und Vertrauen. Hoffnung, Freude, Zusammenhalt. Stille. Gesang. Geborgenheit, Heimat und Zuhause. Austausch, Diskussion, Mobilität. Menschen statt Roboter. Und: Feiern.

 

„Tradition ist dazu da, auch mal gebrochen zu werden.“

 

Eine Bauwagenkirche

Unser Fazit? Eine Kirche im Bauwagen – für viele Jugendliche scheint das zu funktionieren. Das, was wirklich zählt, sind nicht die Gebäude, ist nicht die Form, sondern die Menschen, die Gemeinschaft und ein Gefühl von Heimat und Zusammengehörigkeit. Wir wollen ein Ort zum Wohlfühlen sein. Wir wollen nichts aufzwängen, sondern Raum bieten.

Wir danken allen für die mutigen Fragen, die Neugierde und die vielen inspirierenden und herausfordernden Gespräche und Diskussionen.

Also bis in zwei Jahren?

 

 

KonfiConvention 2016 im Kloster Möllenbeck

Ein Konfirmandentag im Kloster. Beschaulich, ruhig und friedlich?
Unter dem Motto „Wie im Himmel, so auf Erden“ fand heute die diesjährige KonfiConvention im
Kloster Möllenbeck statt. 180 Konfirmanden aus dem Kirchenkreis sind gekommen, dazu viele
Teamer, die bereits am Freitag begannen aufzubauen und vorzubereiten. Viele verschiedene
Workshops, ein bunter Markt der Möglichkeiten, musikalische und kreative Angebote. Tiefgründiges.
Ruhiges. Und Lautes. Wir waren mit Kirchenmobil und unserer Technikgruppe dabei und haben mit
Licht und Ton für jede Menge Atmosphäre im wunderhübschen Kloster gesorgt. Ein Tag, der mehr
war, als ein Arbeitseinsatz. Wir sind ganz dankbar für die tollen Eindrücke!
#konficon #möllenbeck #dnkgtt

Termine, Termine, das @Kirchenmobil geht auf Tour

In diesem Jahr sind wir viel unterwegs um Wagen und Ausrüstung auszuprobieren….

28. Mai bei der Konfi Convention im Kloster Möllenbeck

3.-5. Juni auf dem Landesjugendcamp in Verden

11. Juni beim Kulturfest in Bad Nenndorf

17.-19. Juni erstellen wir das weltgrößte Kreidelabyrinth auf dem Kirchplatz in Obernkirchen beim Barbarossafest

25. Juni feiern wir ab 18 Uhr die Einweihung des Kirchenmobils auf dem Kirchplatz. Ihr seid alle herzlich eingeladen.

5.-6. August demonstrieren wir, wie jedes Jahr, gegen Nazis in Bad Nenndorf

und noch vieles mehr in Planung……

Wer Lust hat zu helfen (man muss keine Erfahrung haben, wir zeigen gern…) kann sich bei Ralf Schönbeck per WhatsApp melden unter 01772777676 oder per Mail an R.Schoenbeck(@)kirche-obernkirchen.de

Helfen macht Spaß

Das Kirchenmobil als Himmelfahrtskommando

Nach vielen Wochen mit Umbau, Ausbau, Dekoration und Einrichtung dürfen wir uns endlich auf den Weg machen. Wir haben zwar noch keinen Kirchturm, aber auch so sieht der ehemalige blaue Bauwagen schon nach Kirche aus.

20160505_095300klHimmelfahrt wird bei uns in Krainhagen an der Berghütte am Sportplatz Krainhagen Gottesdienst Open Air gefeiert. Ein guter Start in einen wunderschönen Tag der von vielen als „Vatertag“ gefeiert wird. Klar hat das etwas mit Jesus und seinem Vater zu tun, aber diesen steht bei den meisten Besuchern im Hintergrund. Da ist vor allem Trubel ein Gottesdienst mit über 60 Teilnehmern, unter blauem Himmel und einer sehr schönen Predigt von Pastorin Nora Haarmann ein guter Einstieg.

Dazu hatten wir in diesem Jahr unsere Kirche mitgebracht. Am Rand des Geländes abgestellt, die Tür weit geöffnet, Altar und Bänke aufgestellt, so wurde das Kirchenmobil von vielen Ankommenden erst einmal besichtigt. Und egal aus welcher Altersklasse kommt die fahrbare Kirche gut an, es werden schon Treffen im Wagen geplant, kann man hier eine Taufe machen?, mal eine Abendandacht, oder, oder, oder….

Das freut uns, die positiven Reaktionen der Gottesdienstbesucher machen Mut. Danke!

Danach ging es das erste Mal auf Tour. Ein Himmelfahrtskommando ans Meer. OK, es war nur das Steinhuder Meer. Aber Himmelfahrt ist es dort wirklich rappelvoll, und wenn wir raus fahren wollen zu den Menschen, ein voller Erfolg, hier waren jede Menge davon. Leute die vor uns auf die Straße springen um das Kirchenmobil zu fotografieren, Massen an Menschen die stehen bleiben und sich nach uns umdrehen. Wer eine 5m himmelblaue Kirche fährt fällt auf jeden Fall auf.

IMG_20160505_194200~01Nur ist ein Durchkommen mit einem 12m Gespann und 2,2m breite im engen Ort durch den Stau keine einfache Angelegenheit, besonders das Parken ist ein riesen Problem. Zum Glück fanden wir einen freien Busparkplatz, wobei diese nicht gerade an den günstigsten Stellen liegen.

Auf der Rückfahrt dann noch ein kurzer Stop im kleinen Dorf, ein junger Mann spurtet hinter uns her. Hellauf begeistert von einem ausgebauten Bauwagen, lässt er sich den Fahrzeugschein zeigen, wir erklären Ausbau, Kaufpreis und Lieferfirma.

So etwas wollte ich schon immer haben, das ist mein Traum.

Das können wir verstehen. Unser Traum hat sich erfüllt!

Kirchehochzwei.de über Bauwagen und mobile Kirchen

Für Kirchehochzwei hat Julia Schönbeck über unser Kirchenmobil Projekt berichtet:
http://kirchehochzwei.de/cms/blog/ist-das-kirche-oder-kann-das-weg-von-bauwagen-und-mobilen-kirchen

Ist das Kirche oder kann das weg? Von Bauwagen und mobilen Kirchen
Veröffentlicht am: 7 March 2016 AutorIn: Julia Schönbeck
Kirchehochzwei Mitarbeiterin im FSJ Julia Schönbeck berichtet über ihre ehrenamtliche Arbeit für und mit einer Bauwagenkirche, einer Initiative der Kirchengemeinde Obernkirchen.

Direkt vor dem altehrwürdigen Sandsteinriesen steht er: der Bauwagen, den die Jugendlichen der Gemeinde mit Sprayfarbe und Holzturm zu einer mobilen Kirche umgebaut haben.

Die Idee einer mobilen Kirche ist nicht neu. An vielen Orten in Deutschland gibt es ähnliche Wagen und Anhänger, mit denen Gottesdienste im Freien gefeiert werden oder Kirchengemeinden auf Festen und Märkten oder in der Innenstadt präsent sind. Unser Bauwagen steht auf dem Kirchplatz. Von weitem ist er durch den Turm und das Kreuz zu erkennen. Die Aufschrift „Church“ zeigt deutlich: hier geschieht, hier entsteht Kirche. Das Ziel ist es nicht, das bestehende Angebot der Gemeinde nach draußen zu bringen. Der Wagen will vielmehr Raum geben für neue Ideen. So haben wir bisher noch keinen einzigen Gottesdienst in diesem Wagen gefeiert. Das muss nicht so bleiben. Vielleicht wird sich eine Gelegenheit finden. Aber das ist nicht das große Ziel. Unser Ziel ist es, einen Ort zu bieten, der einlädt Kirche zu sein. Wir wollen gemeinsam mit Jugendlichen Kirche gestalten. Für viele ist der Wagen zu „ihrer“ Kirche geworden. Sie waren dabei, als wir den Glockenturm gebaut haben oder haben beim Streichen und Sprayen geholfen. Es ist ihre Kirche. Eine Kirche, die von ihren verrückten Ideen und ungewöhnlichen Träumen lebt.

Und jetzt kommt der Wagen weg. Er ist verschenkt. Wird bald abgeholt. Er macht Platz. Für einen neuen Wagen. Im September letzten Jahres haben wir uns beim „Fond missionarische Chancen“ der Landeskirche Hannovers beworben. Unterstützt werden Initiativen, die mit neuen Formen und Ideen neue Zielgruppen erreichen wollen. Wir wollen so ein Projekt sein. Nach einiger Zeit kam die Bestätigung: wir bekamen Fördermittel und so warten wir gerade auf unseren neuen Wagen, der schon in der Produktion ist. Erwartet wird er im März. Es folgt der Einbau von Kirchenfenstern und Einrichtung. Mehrere Sofas. Regale. Schränke. Ein Altar. Kirche im Bauwagen.

Unser neues „Kirchenmobil“ soll im Gegensatz zum alten Bauwagen vor allem eines: unterwegs sein. Andere Gemeinden besuchen. Feste. Den Kirchentag. Aktionen im Steinbruch oder auf der Weserfähre. Auf der Autobahnraststätte oder im Kreuzgang des Klosters. Wir wollen Kirche an neuen Orten sein. Ungewöhnlich. Bunt. Manchmal laut. Aber auf jeden Fall authentisch und aus ganzem Herzen. Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt oder was wir alles tun werden. Wir wollen uns nicht übernehmen. Wir wollen das tun, was wir können und wir hoffen und wünschen uns, dass wir damit Menschen erreichen können. Ob mit Niedrigseilgarten oder Live-Konzert. Mit Fotoausstellung oder Grillabend. Beim Basteln oder Lesen, beim Spielen, beim Singen, beim Beten.

Die Idee, die Arbeit mit dem Bauwagen auszuweiten und mit ihm nun auch unterwegs zu sein, ist im letzten Jahr entstanden. Elke und Ralf Schönbeck, beide Jugendleiter und Ehrenamtliche der Gemeinde, nahmen am Fresh X Kurs von Kirche² teil. Der Kurs macht uns sprachfähig. Als Ehrenamtliche, die eben nicht Theologie studiert haben, fiel es sehr schwer, einen alten Bauwagen auf dem Kirchplatz zu rechtfertigen. Nach dem selbsternannten „Pippilotta-Prinzip“ „Ich mach mir die Kirche, wie sie mir gefällt“, haben wir einfach das getan, was wir gut konnten, was sich für uns richtig angefühlt hat. Wir waren dort. Haben vieles auf uns zukommen lassen. Niemals hätten wir uns träumen lassen, was jetzt ansteht. Die Arbeit mit dem Bauwagen gibt es jetzt schon seit einigen Jahren. Jetzt von Fresh Expressions und ihren Grundsätzen zu hören, hat uns gezeigt, dass unser Bauwagen mehr sein kann, mehr ist, als wir vielleicht immer dachten. Dass er wirklich Kirche ist. Dieser neue Blickwinkel macht uns stolz auf das, was bisher geschehen konnte und lässt uns gleichzeitig den nächsten Schritt wagen. Wir wollen mobil sein, mit unserem Bauwagen, unserer Kirche auf dem Weg.

Immer wieder stellt man uns die Frage, was denn daran Kirche sei. Wie wir feststellen durften, fällt es kirchenfernen Menschen oft viel leichter diesen Wagen als Kirche zu denken. Wo wir zuvor kleinlaut zugegeben haben, dass wir noch nie im Wagen einen Gottesdienst gefeiert haben, dort keine Bibelarbeiten stattfinden und auch eher selten gebetet wird, stehen wir heute selbstsicherer da. Wir wollen Dienstleister sein. Wir wollen andere in ihren Ideen und Projekten unterstützen. Beobachten. Entstehen lassen. Es ist noch Zeit und wir nehmen sie uns. In den letzten Jahren haben wir durch diesen Wagen und die Arbeit, die drum herum geschieht ganz unterschiedliche Menschen kennen lernen dürfen. Menschen, die wir vorher nicht kannten, aber von denen wir jetzt wissen, auf eine persönliche Einladung hin würden und werden sie allein sein. Wenn wir ein Projekt planen, gibt es Menschen, die wir um Hilfe bitten können. Sie werden kommen. In ganz vielen Fällen sind das Menschen, die nicht viel oder bisher gar nichts mit Kirche zu tun hatten. Wegen uns gehen sie sonntags nicht plötzlich in den Gottesdienst oder lassen ihre Kinder taufen. Wir sind froh, wenn wir in vielen kleinen Momenten zeigen können, wie Kirche sein kann. Dass sie offen ist für neue Leute und verrückte Ideen. Und wenn es ein paar Menschen gibt, denen wir dieses Gefühl vermitteln konnten, dann sind wir stolz darauf. Dann hat sich dieser Wagen bereits jetzt gelohnt.

Wir erleben es immer wieder und es überrascht uns jedes Mal aufs Neue. Wenn auf dem Platz ein großes Fest der Stadt stattfindet, dann kommen Menschen zum Bauwagen, wenn sie eine Frage an die Kirchengemeinde haben. Wir sind da. Was vielen Gemeindemitgliedern schwer fällt zu verstehen, nämlich, dass dieser Wagen wirklich Kirche sein will und kann, scheint für viele im Ort mittlerweile selbstverständlich geworden zu sein. Wir sind da. Wir sind ansprechbar. Wir gehen raus. Und wir wollen bleiben. Wenn wir nach dem Erfolg des Bauwagens gefragt werden, möchten wir nicht von einem steigenden Prozentsatz an Jugendlichen im Sonntagsgottesdienst erzählen. Einerseits würden wir dann wohl eher weniger von Erfolg sprechen können und andererseits ist es ganz einfach nicht unser Ziel. Wir wollen nicht hinaus gehen um herein zu holen. Wir wollen gemeinsam Kirche sein. So wie wir sind. Wir wollen uns nicht verbiegen. Wir wollen die Gemeinde nicht überholen oder in irgendeiner Weise ersetzen. Wir wollen ergänzen und bereichern. Wir wollen die erreichen, die normale Gottesdienste nie erreichen könnten. Wir wollen das tun, was uns Spaß macht und was wir können. Wir sind Kirche, Gemeinschaft. Und manchmal sind wir einfach nur da. Und wir vertrauen auf das, was geschehen mag.
Quelle: http://kirchehochzwei.de/cms/blog/ist-das-kirche-oder-kann-das-weg-von-bauwagen-und-mobilen-kirchen

Vielen Dank für die Unterstützung durch das Team von Kirchehochzwei.de

(Julia Schönbeck, Sandra Bils, Maria Herrmann und Raphael Below im Kirche² Büro in der Offensteinstraße in Hannover/Linden) http://www.kirchehochzwei.de/cms/blogs/teambeitrag